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Maritime Geodaten

Strategische Assets für Offshore-Projekte und Schutz kritischer Infrastruktur

Die Vermessung von Offshore-Flächen und Kabeltrassen ist aufwendig und teuer. Im Gegenzug können die gewonnenen maritimen Geodaten jedoch über ihren ursprünglichen Projektzweck hinaus genutzt werden, beispielsweise zum Schutz kritischer Infrastruktur. Das macht sie zu einem strategischen Asset – vorausgesetzt, dass langfristig verfügbare Bestände vorhanden sind, deren Qualität und Herkunft andere Nutzer nachvollziehen können.
 

Präzise planen, Veränderungen erkennen

Offshore-Projektierer benötigen frühzeitig präzise Daten über den Meeresboden und die maritimen Umweltbedingungen, um Standortrisiken zu bewerten und Investitions- sowie Engineering-Entscheidungen zu treffen. Risiken bereits in der Planung zu erkennen und zu berücksichtigen hilft, spätere, kostspielige Projektabbrüche- und Verzögerungen zu vermeiden. Die Daten sind außerdem eine Grundlage für Finanzierungszusagen, die Beurteilung durch Versicherer und die Zertifizierung eines Vorhabens. Über die Planung hinaus werden die Datenbestände auch für Bau, Betrieb, Repowering und Rückbau gebraucht.

Sicherheitsakteure benötigen ebenfalls verlässliche und aktuelle maritime Geodaten. Wie schnell diese gebraucht werden, hängt vom Einsatz ab: Im Offshore-Umfeld geht es häufig um Wochen oder Monate, bei sicherheitsbezogenen und militärischen Einsätzen teilweise um Minuten oder Stunden. Eine schnelle Datenbereitstellung ist für beide Bereiche wichtig.

Zitat Arne Krüger, Fregattenkapitän a.D.


„Für die zivile Offshore-Industrie ist schlechte Datenqualität vor allem ein wirtschaftliches und haftungsbezogenes Risiko. Für die Marine und relevante Sicherheitsakteure kann sie zu einem operativen und lebensbedrohlichen Risiko werden. Die gemeinsame Grundlage bleibt aber dieselbe: Je verlässlicher, aktueller und nachvollziehbarer die Unterwasserdaten, desto belastbarer die Entscheidung.“ 

- Arne Krüger (Fregattenkapitän a.D.) 

Die Datennutzung in diesen beiden Szenarien sind deutlich unterschiedlicher als die jeweiligen Anforderungen an Qualität, Verfügbarkeit, Nachvollziehbarkeit, Sicherheit und Governance. Beide Nutzergruppen benötigen verlässliche Daten, um Risiken zu bewerten und Entscheidungen zu treffen.
 

Maritime Geodaten – Synergien zwischen Offshore-Wirtschaft und maritimer Sicherheit

Maritime Geodaten – Synergien zwischen Offshore-Wirtschaft und maritimer Sicherheit


Durch die Nutzung von Daten-Zeitreihen lassen sich in beiden Anwendungsbereichen Veränderungen am Meeresboden erkennen, sofern die Daten aus verschiedenen Erhebungen räumlich genau zugeordnet werden können. Dieser Vergleich wird als „Change Detection“ bezeichnet. Darüber hinaus können Sicherheitsakteure zivile Vermessungsdaten von Offshore-Flächen und Kabeltrassen für maritime Lagebilder nutzen und damit zum Schutz kritischer Infrastruktur beitragen.
 

Damit Daten langfristig nutzbar bleiben

Bei jeder Nutzung kommt es darauf an, die Herkunft der maritimen Geodaten und ihre Bearbeitung nachvollziehen zu können. Auf welcher Datengrundlage Entscheidungen getroffen wurden, lässt sich anhand dieser lückenlosen Dokumentation („Chain of Custody“) nachvollziehen. Sie bleibt auch für spätere Vergleiche und Auswertungen erhalten.

Eine zentrale Datenplattform hilft, Rohdaten und daraus abgeleitete Datenprodukte zusammenzuführen und den Such- und Verwaltungsaufwand erheblich zu reduzieren. Werden die Daten umgehend bereitgestellt, sind automatisierte Qualitätsprüfungen in nahezu Echtzeit möglich. Die Akteure können die Daten außerdem für eigenständige Berechnungen nutzen. Eine revisionssichere Dokumentation hilft, Projekt- und Haftungsrisiken sowie Streitfälle in der Planung wie auch im Betrieb zu verringern.

Wenn Survey-Dienstleister, Projektierer und nachgelagerte Auftragnehmer auf dieselben Bestände zugreifen können, sind weniger Datenübertragungen zwischen ihnen nötig. Hierfür sind eine sichere Verwaltung von Zugriffsberechtigung für interne und externe Personen unabdingbar.

Zitat Christian Jespersen (Head of Offshore Industry, north.io)


„Jede hydrografische und ozeanografische Messung, die wir Offshore durchführen, ist eine langfristige Investition in Weitsicht: Ohne präzise Daten zum Meeresboden und zur Wassersäule können wir Risiken nicht rechtzeitig erkennen, Vermögenswerte nicht schützen und keine fundierten datengetriebenen Entscheidungen treffen.“ 

- Christian Jespersen (Head of Offshore Industry, north.io)

Vorhandene Vermessungen für weitere Aufgaben nutzen

Die Wiederverwendung vorhandener Vermessungsdaten kann doppelte Erhebungen und unnötige Nachvermessungen vermeiden – etwa in späteren Projektphasen oder bei der Erstellung maritimer Lagebilder („Dual Use Data“). Voraussetzung ist, dass die Datenbestände dafür geeignet und freigegeben sind.

Für die Nutzung durch andere Organisationen braucht es klare und nachvollziehbare Angaben zur Herkunft und Qualität der Daten, wie sie beispielsweise durch standardisierte Metadaten ermöglicht werden. Vorteilhaft sind auch einheitliche Datenmodelle. Diese legen fest, wie die Daten strukturiert sind, und erleichtern so die technische Weiterverarbeitung.
 

Datensouveränität sicherstellen

Damit die beteiligten Akteure die Kontrolle über ihre Daten behalten, ist eine organisationsübergreifende Zusammenarbeit auf klaren Vereinbarungen aufzubauen. Diese regeln, wer die Daten bereitstellt, nach welchen Standards ihre Qualität geprüft wird und wer darauf zu welchem Zweck zugreifen darf. Soweit Daten der Geheimhaltung unterliegen, gilt diese auch beim Austausch.

Darüber hinaus ist der Schutz vor unberechtigtem Zugriff, Manipulation und Verlust erforderlich. Zum resilienten Betrieb gehört, dass die Plattformen Störungen standhalten und sich der Betrieb nach Ausfällen wiederherstellen lässt.  Gleichzeitig setzt organisationsübergreifender Datenaustausch weder eine gemeinsam betriebene Plattform voraus, noch dass alle Beteiligten den gleichen Reifegrad im Datenmanagement aufweisen.

Zitat Mathias Haack (Partner, m3)


„Die eigentliche Herausforderung liegt heute nicht mehr in der Datenerhebung, sondern darin, maritime Daten über Organisationsgrenzen hinweg verfügbar zu machen – und dies qualitätsgesichert, nachvollziehbar und wiederverwendbar. Erst dann entstehen die Voraussetzungen für operative und wirtschaftliche Synergien zwischen Offshore-Wirtschaft und maritimer Sicherheit.“ 

- Mathias Haack (Partner, m3)

Zusammenarbeit in der Praxis erproben

Für Offshore-Unternehmen, Netzbetreiber, Survey-Dienstleister und Akteure der maritimen Sicherheit bietet es sich an, die gemeinsame Nutzung geeigneter Daten in der Praxis zu erproben. Dazu gehören die technischen Voraussetzungen und Vereinbarungen darüber, welche Bestände sie für welche Aufgaben austauschen dürfen. Gemeinsame Standards und klare Governance-Strukturen schaffen dafür die Grundlage.

Welche Kooperationsfelder bereits heute realisierbar sind, diskutieren m3 management consulting und north.io im Rahmen der WindEnergy Hamburg 2026 mit Vertretern aus Offshore-Wirtschaft, Netzbetrieb, Offshore Survey und der Bauwirtschaft sowie dem maritimen Verteidigungsbereich. Im Mittelpunkt stehen der vertrauenswürdige Umgang mit maritimen Geodaten und ihr Beitrag zum Schutz kritischer Infrastruktur.
 

Kontakt

Portrait Gaertner Cristina

Cristina Gaertner

Managerin

Artikel: Maritime Geodaten # Philipp M Dau

Dr. Philipp M. Dau

Account Executive north.io

Über m3 management consulting und north.io

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m3 management consulting und north.io verbindet die Überzeugung, dass maritime Geodaten zunehmend zu einem strategischen Erfolgsfaktor für Energieversorgung, kritische Infrastruktur und maritime Sicherheit werden. Während m3 Energieunternehmen, Netzbetreiber und KRITIS-Akteure bei Digitalisierung, Datenstrategie und Transformation begleitet, bringt north.io als Ocean-Big-Data-Spezialist umfassende Expertise in Hydrographie, Geodatenmanagement und maritimen Datenplattformen ein. Beide Unternehmen treiben Kooperationsmöglichkeiten voran, stoßen branchenübergreifende Dialoge an und erproben Anwendungsfälle in der Praxis.